PNN 30.3.12

 

Streit um Nutzung des Holzhauses Heimatverein und Jugendklub suchen Bleibe

von Ariane Lemme

Kleinmachnow - Das sogenannte Holzhaus in der Kleinmachnower Karl-Marx-Straße 117 könnte womöglich zum Rettungsanker für gleich zwei örtliche Vereine werden: Sowohl der Heimatverein als auch der Jugendklub JKT würden die Räume des vergangene Woche unter Denkmalschutz gestellten Hauses gerne nutzen. Doch während sich JKT-Leiter Bernd Wilczek und auch Heimatvereinsmitglied Axel Mueller (Grüne) eine gemeinsame Nutzung gut vorstellen können, sieht der Vorstand des Heimatvereins dazu keine Möglichkeit.

„Angesichts der sehr kleinen Räume auf insgesamt nur 140 Quadratmetern Wohnfläche ist das nur schwer vorstellbar“, sagte Heimatvereinsvorsitzender Rudolf Mach gestern den PNN. Schließlich müsste für eine öffentliche Nutzung das Erdgeschoss behindertengerecht ausgebaut werden – inklusive einer Toilette, die es bisher nur im ersten Stock gibt. Ein Affront gegen den JKT solle das aber nicht sein, so Mach, es gehe hier schlicht um den Platz.

Die Krux: Beide Vereine sind dringend auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Für den JKT drängt dabei die Zeit: Nachdem er im vergangenen Juni seine Räume im Heizhaus auf dem Seeberg aufgeben musste, diente ihm zunächst der alte Raiffeisenmarkt als Zwischenlager. Doch nun hat die Gewog als Eigentümerin das Gebäude verkauft, bis zum, Samstag müsste der Jugendklub eigentlich räumen. Einen neuen Lagerraum im früheren Industriemuseum im Meiereifeld hat die Gemeinde zwar inzwischen in Aussicht gestellt. Doch Wilczek betont auch: „Erst durch einen Umzug in das Holzhaus könnten wir unsere Arbeit tatsächlich fortsetzen.“ Mittelfristig sehe er auch keine alternativen Standorte in Kleinmachnow. Die Gemeinde hatte allerdings in der vergangenen Woche erklärt, dort eventuell den Heimatverein unterbringen zu wollen. Auch der leidet unter Platzmangel: Bislang steht ihm gerade einmal das Dachgeschoss der Seniorenfreizeitstätte „Toni Stemmler“ zur Verfügung, Ausstellungsfläche für die historischen Erinnerungsstücke gibt es dort nicht. Seit langem sucht man deshalb auch dort eine neue Bleibe. Bislang konnte die Gemeinde allerdings auch ihm keine geeignete Immobilie zur Verfügung stellen. Seit das Haus an der Karl-Marx-Straße, das der Gemeinde gehört, leer steht, hat sich das geändert.

Völlig unklar ist aber noch, ob die Räume in dem vergangene Woche unter Denkmalschutz gestellten Holzhaus überhaupt baulich verändert werden dürfen. Das um 1923 erbaute Haus kann bislang nur mit Kachelöfen beheizt werden, auch die einfach verglasten Fenster müssten ausgetauscht werden. Ariane Lemme