PNN 18.12.09

 

Grüne fordern Moratorium

Glockengeläut zur nächsten Demo gegen Schleusenausbau am Sonntag (18.12.09)

Kleinmachnow - Unbeirrt von der schwindenen politischen Unterstützung soll in Kleinmachnow weiter gegen den geplanten Ausbau der Schleuse protestiert werden. Am Sonntag, dem vierten Advent, haben die Ausbaugegner um 17 Uhr zur Demonstration aufgerufen. Das Thema der Veranstaltung: „Weihnachten steht vor der Tür. Diesmal kommen wir mit Glockengeläut“.

„Mitunter hat das ja die Wirkung, dass nach großem Getöse Ruhe einkehrt und die Aufmerksamkeit der Zuhörer geweckt wird“, sagte der Grünen-Gemeindevertreter Axel Mueller gestern gegenüber den PNN. „Wir erwarten, dass Landes- und Bundesregierung endlich aufhören, sich taub zu stellen. Sie müssen auf unsere Argumente hören“, so Mueller. Am Mittwoch hatten sich die Abgeordneten von SPD, Linke und CDU im Landtag gegen einen Antrag zum Stopp des geplanten Schleusenausbaus ausgesprochen.

Die Grünen fordern jetzt vom Bundesverkehrsministerium ein Moratorium, um auf Basis aktueller Binnengütertransport-Prognosen die Notwendigkeit des Schleusenneubaus neu zu bewerten. Nach einer Kosten-Nutzen-Analyse müsste neu über die Investition nachgedacht werden. „Auf Grundlage der aktuellen Bedarfsanalyse soll eine umweltverträgliche Alternativplanung für eine Schleusenmodernisierung vorgelegt werden“, so Mueller. Zudem wies er die Argumentation des Wasserstraßenneubauamtes zurück, dass ein Schleusenausbau auf 190 Meter ökologischer sei als kleinere Ausbauvarianten. „Die Behauptung, dass zusätzliche Koppelstellen unabdingbar wären, ist der bequeme Weg des Sich-Verweigerns. Er verkennt, dass Alternativlösungen möglich sind.“

Währenddessen betonte der linke Landtagsabgeordnete Andreas Bernig gestern in einer Pressemitteilung, dass seine Landtagsfraktion an der Kritik am Schleusenausbau festhalte. Noch am Mittwoch hatte er im Landtag dafür geworben, „Ausbaugegnern und -befürwortern Gehör zu verschaffen“. Gestern betonte Bernig: „Die Linke hält die Argumente der Kritiker für sehr beachtenswert und spricht sich nach wie vor gegen den überdimensionierten Ausbau der Kleinmachnower Schleuse aus.“ Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung argumentiere offenbar so, wie es in die aktuelle Situation passen – damit müsse man sich auseinandersetzen, so Bernig. hkx