MAZ 01.08.09

 

SOZIALES: Bürgermeisterin übergab Schlüssel

Im Jubiläumsjahr erhält die Kleinmachnower Kita in der Karl-Marx-Straße für 1,8 Millionen Euro einen neuen Anbau

KLEINMACHNOW - Im Morgenkreis der Kinder und Erzieher der Kleinmachnower Kita „Freundschaft“ dreht sich derzeit alles um das Thema Bauen. Da werden Pinsel befühlt, Malerrollen ausprobiert und Farben gemischt. Die Vorbilder für den spielerischen Tagesauftakt schwitzen gleich nebenan. Bauarbeiter sind gerade dabei, den neuen Anbau für die Kita in der Karl-Marx-Straße zu errichten.

Gespannt verfolgen die Kinder, wie das neue Haus in die Höhe wächst. 1,8 Millionen Euro lässt sich die Gemeinde den Anbau kosten. Außerdem werden Mittel aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung genutzt, um die Fassade des in die Jahre gekommenen Bestandsgebäudes „energetisch“ zu sanieren. Dafür werden zusätzlich 550 000 Euro aufgebracht.

„Der Neubau soll im Dezember bezugsfertig sein, die Fassade wird im Laufe des kommenden Jahres saniert“, beschreibt Kita-Leiterin Katrin Rosenfeld-Heiners den Ablauf des Baugeschehens. Für Kinder und Erzieher ist die umfassende Modernisierung ihres Domizils ein schönes Geburtstagsgeschenk. Am 16. September wird das 40-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert.

Um das Jubiläum zu einem Treffen von Jung und Alt zu machen, werden auch ehemalige Kindergartenkinder und Mitarbeiter zu dem Fest eingeladen. „Wir hoffen“, so Rosenfeld-Heiners, „dass sich viele Menschen bei uns melden, die einige Jahre ihres Lebens mit der Kita in Verbindung bringen.“

Angefangen hat alles am 14. August 1969 mit der Schlüsselübergabe durch die damalige Kleinmachnower Bürgermeisterin an die erste und langjährige Leiterin Margot Schick. In der dickleibigen, mit vielen Fotos bestückten Chronik hat sich auch eine Grußkarte des Rates der Stadt Teltow erhalten.

In dem DDR-Typenbau wurden fortan Kinder ab drei Jahren betreut. Die Anlage des großen Gartens, den Eltern im freiwilligen Arbeitseinsatz ständig verschönerten, war laut Chronik eine Idee von Margot Schick. Die Freifläche bietet dem Nachwuchs bis heute vielfältige Spielmöglichkeiten unter freiem Himmel.

Der Rat der Stadt Potsdam verlieh der Kleinmachnower Einrichtung am 30. Oktober 1973 den Namen „Freundschaft“. Erntefeste, Besuche im Tierpark und die jährlichen Kostümierungen zum Fasching sind in der Chronik dokumentiert. Und jedes Jahr kam auch der Weihnachtsmann, 1987 brachte er sogar das Potsdamer Streichquartett mit nach Kleinmachnow. Bei „Schneeweißchen und Rosenrot“ bekamen die Kinder leuchtende Augen.

Am 18. August 1989 feierte die Kita 20-jähriges Bestehen, wenig später fiel die Mauer. Nach der Wende wurden laut Chronik „Lern- und Spielkonzepte neu überdacht“. Die Erzieherinnen wollten „neue Erkenntnisse“ für die Betreuung der Kinder nutzen. Das „Spiel“ sollte mehr in den Vordergrund gerückt werden.

Inzwischen ist die Kita „Freundschaft“ aus der kinderreichen Gemeinde nicht mehr wegzudenken. 79 Knirpse werden derzeit im Bestandsgebäude betreut, durch den Neubau wird Platz für weitere 60 Kinder geschaffen. „Die Nachfrage ist groß“, schildert Katrin Rosenfeld-Heiners die Situation.

Als neues Angebot werden in Zukunft auch Kleinkinder unter zwei Jahren aufgenommen. Sie werden in zwei neuen „Nestgruppen“ untergebracht. Zwei Erzieherinnen, die dafür speziell ausgebildet wurden, kümmern sich um die Allerjüngsten. Neben der Leiterin gibt es in der Kita acht Erzieherinnen, dazu kommt ein Hausmeister und Küchenpersonal.

Den Namen „Freundschaft“ wird die Kita auch nach der Jubiläumsfeier am 16. September weiterführen. Mehrmals gab es Bestrebungen, ihn zu ändern. Doch Eltern, Kinder und Erzieherinnen halten daran fest. Für sie ist Freundschaft nicht nur ein Name, er ist Programm bei der Wertevermittlung an den Nachwuchs. (Von Jürgen Stich)