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Wolfgang Blasig - ein Nachruf

 

Der Postenschacher um die Nachfolge von Landrat Koch ist für Wolfgang Blasig aufgegangen, der damit Landrat von Potsdam-Mittelmark wird. Jetzt muss er sich nicht mehr der Bürgermeisterwahl in Kleinmachnow stellen, die er mit ziemlicher Sicherheit verloren hätte, nachdem er und „seine“ SPD sich dort im freien Fall befinden.

Dies ist eine gute und eine schlechte Nachricht.

Eine gute, weil jetzt die Chance für einen Neuanfang in Kleinmachnow besteht. 15 Jahre Blasig bedeuten eine Verwaltung im Rathaus, die für sich selbst, aber nicht für den Bürger da ist, unendlich lange Entscheidungszeiten, verschleppte Beschlüsse, Vetternwirtschaft und eine systematische Bevorzugung von Investoren. Die Nachricht ist auch eine schlechte, weil der Verwaltungschef von Potsdam-Mittelmark jetzt ein Mann ist, der in Kleinmachnow die Gesetze mit Füssen getreten hat indem er rechtswidrige Auftragsvergaben gebilligt hat, dem Kondor-Wessels näher stand als die Gemeinde und der zwielichtige Grundsstücksspekulationsgeschäfte als Geschäftsführer einer Gemeindegesellschaft zu verantworten hat. Schon unter Landrat Koch war der Landkreis nicht bereit, die Gemeinde zu rechtlich sauberem Handeln zu zwingen. Was soll man dann von einem Landrat Blasig erwarten?

Eine unrühmliche Rolle hat die CDU gespielt. Ursprünglich hatte sie dagegen votiert, dass die SPD noch schnell vor der Einführung der Direktwahl einen der ihren als Landrat durchdrückt. Aber anstatt ehrenvoll in die Opposition zu gehen, hat man sich dann doch für einen politischen Schacher entschieden. CDU Kreischefin Saskia Funk rechtfertigt dies damit, man werde schon dafür sorgen, dass Blasig keine sozialdemokratische sondern bürgerliche Politik machen werde.
Diese Aussage offenbart eine fundamentale Unkenntnis:
Blasig hat immer nur für sich gearbeitet, von sozialdemokratischer Politik
war bei ihm noch nie etwas zu sehen gewesen und so wird es auch noch in Zukunft sein. Die CDU hat mit diesem Handeln gezeigt, das zwischen ihr und der SPD kaum ein Unterschied besteht. Wie wird es in Kleinmachnow weitergehen? SPD und CDU werden in jedem Falle versuchen, den Bürgermeisterposten für einen ihrer Gefolgsleute zu sichern. Es bleibt zu hoffen, dass wie in Stahnsdorf dieser Selbstbedienungskreislauf unterbrochen und ein Bürgermeister gewählt wird, der das tut was sein Titel verspricht, die nämlich Angelegenheiten der Bürger zu meistern.

 

Prof. Dr. John Banhart

                                               10.12.2008